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NATURRAUM UND PHYSISCHE GEOGRAPHIE

Verbreitung typischer Tierarten

Einleitung

Nur ein sehr kleiner Teil der etwa 30.000 bei uns lebenden Tierarten besiedelt die gesamte Steiermark. Alle anderen Arten haben mehr oder minder große Areale, die nicht zufällig entstanden sind, sondern von verschiedenen Faktoren abhängen. Zur Erklärung der Verbreitung beschäftigen sich Zoogeographie und Ökologie vor allem mit zwei Fragestellungen:

  • Wie kommt die Art in die Steiermark? Ist sie hier (aus inzwischen möglicherweise verschwundenen Vorfahren) entstanden, oder konnte sie das Gebiet z. B. nacheiszeitlich besiedeln? Oder ist sie direkt oder indirekt, absichtlich oder versehentlich durch uns Menschen hierhergekommen?
  • Welche Ansprüche hat die Art an ihren Lebensraum (Gebietsgröße, Lebensraumausstattung, Temperatur, Feuchtigkeit etc.)?

Manche Arten sind typisch für den Alpenraum und fehlen im Alpenvorland. Dazu zählen der Raufußkauz (Aegolius funereus), der als Höhlenbrüter vor allem in älteren (Nadel)wäldern der montanen und subalpinen Höhenstufe zu finden ist, und die Kreuzotter (Vipera berus), die nördlich der Mur-Mürz-Furche in Höhen über 800 m relativ weit verbreitet ist; man findet sie an Waldrändern, in Mooren und auch auf Almen. Die (giftige) Kreuzotter wird von Laien oft mit der (ungiftigen!) Schlingnatter verwechselt, die allerdings vor allem das Alpenvorland besiedelt.

Typisch für wärmebegünstigte Standorte des Alpenvorlands ist die größte heimische Eidechsenart, die Smaragdeidechse (Lacerta viridis). Sie lebt vor allem an sonnigen und reich strukturierten Hängen (Grünland, Gebüsch, Weingärten, Steinmauern …), wie man sie etwa im Sausal und den Windischen Büheln findet. Früher war sie auch im Grazer Bergland zuhause, sie ist allerdings vielerorts stark im Rückgang begriffen oder bereits ausgestorben, da ihre Lebensräume oft verbaut oder landwirtschaftlich intensiviert werden (z. B. Weinbau).

Der Huchen (Hucho hucho) ist mit bis zu 1,5 m Länge der größte heimische Lachsfisch. Er lebt nur in Flüssen im Einzugsgebiet der Donau und ist hochgradig gefährdet, weil viele seiner Lebensräume durch Regulierungsmaßnahmen und Flusskraftwerke beeinträchtigt oder vernichtet wurden.

Eine weitere Besonderheit der steirischen Fischfauna ist der nur rund 8–11 cm große Balkan-Goldsteinbeißer (Sabanejewia balcanica). Man findet ihn nur in den „Grabenlandbächen“ nördlich der Grenzmur und in einigen Raab-Zubringern. Auch er ist durch Gewässerregulierung und -verschmutzung sowie durch den Klimawandel bedroht.

Fast 100 Heuschrecken-Arten leben in der Steiermark. Die Verbreitung von drei Arten wird im Schulatlas dargestellt (alle weiteren finden sich im Buch): Der Bunte Grashüpfer (Omocestus viridulus) ist eine typische Art von Wiesen und Weiden des Alpenbogens, die Flügellose Knarrschrecke (Micropodisma salamandra) ist eine illyrisch-südalpin verbreitete Art, die vor allem Hochstauden und Gebüschsäume bewohnt, und die Kleine Knarrschrecke (Pezotettix giornae) ist eine sehr wärmeliebende Art trockenwarmer Gebüschsäume und magerer Wiesenflächen.

Die Daten zur Verbreitung der Heuschrecken der Steiermark stammen von der ARGE Heuschrecken Österreichs, jene zur Vogelwelt von Birdlife Steiermark, die Fischdaten vom Land Steiermark, vom Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft in Scharfling und von mehreren gewässerökologischen Ingenieurbüros, und die Reptiliendaten von Werner Kammel und von der Herpetologischen Datenbank am Naturhistorischen Museum Wien.


Charaktervogel älterer Nadelwälder
Charaktervogel älterer Nadelwälder



Typische Reptilienarten
Typische Reptilienarten



Heuschreckenarten
Heuschreckenarten



Fischarten
Fischarten



Quellenverzeichnis

Holzinger W. E. (Hg.) (2025): Die Tierwelt der Steiermark. Verlag Leykam, Graz. In Vorbereitung.

Ökoteam (2021): Rote Listen der Tiere der Steiermark, Teile 1, 2A und 2B. Projektbericht i.A. der Österreichischen Naturschutzjugend für das Land Steiermark, Naturschutz. Teil 1, 85 S., Teil 2A, 501 S., Teil 2B, 217 S., in der Fassung vom 30.11.2021. https://www.verwaltung.steiermark.at/cms/ziel/167732460/DE/


Autorinnen und Autoren

Text:
Dr. Werner Holzinger (2024)

Kartengestaltung:
Anna-Maria Weissinger, MSc (2024)

Web-Bearbeitung:
Anna-Maria Weissinger, MSc (2024)

Redaktionelle Bearbeitung:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb & Alexander Doric (2024)


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