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GESELLSCHAFT, WIRTSCHAFT UND KULTUR

Land- und Forstwirtschaft

Einleitung

Die Land- und Forstwirtschaft (Agrarwirtschaft), der primäre Wirtschaftssektor, wird durch den Vergleich der Agrarquote der steirischen Gemeinden in den Jahren 1981, 2001 und 2023 dargestellt. Die Agrarquote wird in Prozenten angegeben und stellt den Anteil der Erwerbspersonen in der Land- und Forstwirtschaft an der Gesamtheit der Erwerbspersonen in einer Gemeinde dar. Die Agrarquoten sind in den Karten nach Größenklassen farbig dargestellt. Darüber hinaus wird die absolute Zahl der Erwerbspersonen in der Land- und Forstwirtschaft mit größenproportionalen Kreisen in jeder Gemeinde kenntlich gemacht. Die im jeweiligen Jahr gültigen gesamtsteirischen Werte finden sich in der rechten oberen Ecke der Karte.



Agrarquote der Steiermark 2023
Agrarquote der Steiermark 2023

Auf dieser Karte werden die Agrarquoten mithilfe des Farbspektrums hellgrün – dunkelgrün in sechs Klassen (die jeweils eine Wertspanne von 5 % umfassen) dargestellt. Gemeinden, die hellgrün gekennzeichnet sind, weisen eine niedrige Agrarquote (bis 5 %) auf, dunkelgrüne Gemeinden bezeichnen eine hohe Agrarquote (bis knapp 30 %). 

Der Vergleich mit den beiden anderen Karten der Agrarquote macht deutlich, dass immer weniger Menschen im primären Sektor tätig sind. Dieses Phänomen, welches weltweit zu beobachten ist, wird als Deagrarisierung bezeichnet. Demgegenüber arbeiten Menschen zunehmend im tertiären Sektor (Dienstleistungen), was mit dem Begriff der Tertiärisierung charakterisiert wird. Ein wichtiger Faktor hierfür ist die Tatsache, dass die Land- und Forstwirtschaft heute nicht nur in der Steiermark hoch technologisiert und automatisiert abläuft, wodurch weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird. Außerdem wurde es seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer schwieriger, Land- und Forstwirtschaft gewinnbringend zu betreiben. Die Bäuerinnen und Bauern haben einen hohen Arbeitsaufwand bei wenig finanziellem Ertrag. Die veränderten Agrarquoten haben jedoch wenig Auswirkungen auf die sichtbare, immer noch von der Landwirtschaft geprägte Kulturlandschaft, was man als das „Paradoxon der Agrarwirtschaft“ bezeichnet.

 

Blick auf die Gemeinde Leutschach in der Südsteiermark, die auch heute noch eine relativ hohe Agrarquote aufweist. (Foto: M. Lieb)
Blick auf die Gemeinde Leutschach in der Südsteiermark, die auch heute noch eine relativ hohe Agrarquote aufweist. (Foto: M. Lieb)

Die farblich hervorstechende Gemeinde Wildalpen besitzt deshalb die höchste Agrarquote aller steirischen Gemeinden, weil bei einer insgesamt sehr geringen Zahl der Erwerbspersonen die meisten Beschäftigten des größten Arbeitgebers in dieser Gemeinde, der Magistratsabteilung 31 der Stadt Wien (Wiener Wasser), in der Forstwirtschaft tätig sind. 


Agrarquote der Steiermark 2001
Agrarquote der Steiermark 2001

Auf dieser Karte werden die unterschiedlichen Agrarquoten mithilfe des Farbspektrums hellgrün – dunkelgrün in fünf Klassen dargestellt, wobei hellgrün für niedere, dunkelgrün für hohe Agrarquoten steht. Die Wertspannen von 5 % und die Farbgebung entsprechen jenen in der Karte der Agrarquote 2023, jedoch kommt beim Bezugsjahr 2021 die höchste Klasse nicht vor. Dass die in der Karte für 2023 so hervorstechende Gemeinde Wildalpen in der Karte für 2001 unauffällig bleibt, hängt wahrscheinlich mit der in der Registerzählung (2023) gegenüber der Volkszählung (2001) unterschiedlichen Zuordnung einer bestimmten Gruppe der Erwerbspersonen zusammen. 


Agrarquote der Steiermark 1981
Agrarquote der Steiermark 1981

Auf dieser Karte werden die unterschiedlichen Agrarquoten mithilfe des Farbspektrums hellgrün – dunkelgrün in fünf Klassen dargestellt, wobei hellgrün für niedere, dunkelgrün für hohe Agrarquoten steht. Die Wertspannen von 5 % und die Farbgebung entsprechen jenen in der Karte der Agrarquote 2023, jedoch kommt beim Bezugsjahr 2021 die höchste Klasse nicht vor. Dass die in der Karte für 2023 so hervorstechende Gemeinde Wildalpen in der Karte für 2001 unauffällig bleibt, hängt wahrscheinlich mit der in der Registerzählung (2023) gegenüber der Volkszählung (2001) unterschiedlichen Zuordnung einer bestimmten Gruppe der Erwerbspersonen zusammen. 


Quellenverzeichnis

Datengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Landesstatistik Steiermark
Statistik Austria

Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachstelle GIS

Autorinnen und Autoren

Karten:
Mag. Michael Lieb (2021)
Mag.a Edeltraud Pirker (2026)

Text zu den Karten:
Mag. Dr. Gerhard Lieb (2026)
Mag. Alexander Dorić (2026)

Arbeitsmaterialien:
Mag. Michael Lieb (2021)
Aktualisierung Mag. Dr. Gerhard Lieb und Mag. Alexander Dorić (2026)

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