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NATURRAUM UND PHYSISCHE GEOGRAPHIE

Neozoen

Einleitung

Neuzugänge durch Menschenhand

Neozoen der steirischen Fauna sind Tierarten, die bei uns ursprünglich nicht heimisch waren, sondern sich nur mit menschlicher Unterstützung etablieren konnten. Vielfach geschah oder geschieht das ganz bewusst: Z. B. aus jagdlichen oder fischereilichen Gründen, wie bei Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella), Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus), Fasan (Phasianus colchicus), Damwild (Dama dama), Nutria (Myocastor coypus) usw. Andere Arten wurden aus Gefangenschaft ausgesetzt, wie die Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) und der Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus), oder versehentlich mit Lieferungen von Topfpflanzen, Palettenholz, Nahrungsmitteln usw. eingeschleppt, wie die Reblaus (Daktulosphaira vitifoliae), der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata), die Bläulingszikade (Metcalfa pruinosa), die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris), der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) und der Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera).

Diese faunenfremden Arten verursachen mannigfache Probleme: Sie können wirtschaftlich große Schäden anrichten, indem sie z. B. Pflanzen direkt schädigen (Fraß, z. B. Kartoffelkäfer, Maiswurzelbohrer) oder Krankheiten übertragen (Amerikanische Rebzikade, Scaphoideus titanus) und dadurch Ernten vernichten, die menschliche Gesundheit gefährden (Tigermücke, Aedes albopictus), Krankheiten auf heimische Tiere übertragen (Signalkrebs als Überträger der Krebspest), oder heimische Arten verdrängen oder schlichtweg auffressen (Asiatischer Marienkäfer, Harmonia axyridis, versus heimische Marienkäfer-Arten) und damit heimische Ökosysteme gefährden oder zerstören.

Zwei Beispiele werden im Schulatlas präsentiert: Die Regenbogenforelle wurde und wird von Fischer:innen gerne in heimischen Fließgewässern ausgesetzt („besetzt“), weil sie gut in großen Mengen züchtbar ist und geringere Lebensraumansprüche als die heimische Bachforelle (Salmo trutta fario) hat. Allerdings verdrängt sie diese und auch andere heimische Fischarten und erhöht damit die Gefährdung der heimischen Fauna. Die (auch das) Nutria ist ein aus Südamerika stammendes, ursprünglich zur Pelztierzucht eingeführtes Nagetier, das gesellig lebt und Fließ- und Stillgewässer besiedelt. Die Art ist in der EU-Liste der unerwünschten invasiven Arten geführt, da sie u. a. seltene und gefährdete heimische Arten (wie z. B. Muscheln) frisst.



Beliebter Besatzfisch aus Nordamerika
Beliebter Besatzfisch aus Nordamerika



Als Pelz-Tiere ausgewildert
Als Pelz-Tiere ausgewildert



Quellenverzeichnis

Holzinger W. E. (Hg.) (2025): Die Tierwelt der Steiermark. Verlag Leykam, Graz. In Vorbereitung.

Ökoteam (2021): Rote Listen der Tiere der Steiermark, Teile 1, 2A und 2B. Projektbericht i.A. der Österreichischen Naturschutzjugend für das Land Steiermark, Naturschutz. Teil 1, 85 S., Teil 2A, 501 S., Teil 2B, 217 S., in der Fassung vom 30.11.2021. https://www.verwaltung.steiermark.at/cms/ziel/167732460/DE/


Autorinnen und Autoren

Text:
Dr. Werner Holzinger (2024)

Kartengestaltung:
Anna-Maria Weissinger, MSc (2024)

Web-Bearbeitung:
Anna-Maria Weissinger, MSc (2024)

Redaktionelle Bearbeitung:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb & Alexander Doric (2024)


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