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GESELLSCHAFT, WIRTSCHAFT UND KULTUR

Dienstleistungen

Einleitung
Die Dienstleistungen bilden den tertiären Wirtschaftssektor (Dienstleistungssektor) und umfassen Wirtschaftsbereiche wie etwa Handel, Finanzen, Verkehrs-, Gesundheits- und Bildungswesen sowie Verwaltung. Nach der absoluten und relativen Zahl der Erwerbspersonen ist der tertiäre Sektor der bei Weitem bedeutendste der drei Wirtschaftssektoren. Er wird durch den Vergleich der Dienstleistungsquote der steirischen Gemeinden in den Jahren 2023, 2001 und 1981 dargestellt. Die Dienstleistungsquote wird in Prozenten angegeben und stellt den Anteil der Erwerbspersonen in den Dienstleistungen an der Gesamtheit der Erwerbspersonen in einer Gemeinde dar. Die Dienstleistungsquoten sind in den Karten nach Größenklassen farbig dargestellt. Darüber hinaus wird die absolute Zahl der Erwerbspersonen in den Dienstleistungen mit größenproportionalen Kreisen in jeder Gemeinde kenntlich gemacht. Die im jeweiligen Jahr gültigen gesamtsteirischen Werte finden sich jeweils in der rechten oberen Ecke der Karte.


Dienstleistungsquote 2023
Dienstleistungsquote 2023

Die Dienstleistungsquote für das Jahr 2023 wird in fünf Klassen (mit 10 %-Schritten) mit der Farbskala von hellblau bis dunkelblau ausgewiesen, wobei hellblau für niedrige, dunkelblau für hohe Dienstleistungsquoten steht. Bezogen auf die gesamte Steiermark betrug 2023 die Dienstleistungsquote bereits knapp über 70 % (siehe Angaben in der rechten oberen Ecke der Karte), was im Vergleich zu 2001 einem Anstieg um rund 7 % gleichkommt. Die Lage der Gemeinden mit den höchsten Werten zeigt sich gegenüber 2001 und 1981 nur wenig verändert. Allerdings gibt es 2023 nur mehr wenige Gemeinden, in denen weniger als die Hälfte der Erwerbspersonen dem tertiären Sektor zugeordnet werden kann. Als Dienstleistungszentren können die Landeshauptstadt, die Bezirkshauptstädte, deren Umlandgemeinden und die Tourismusgemeinden mit besonders hohen Werten im Nordwesten des Landes gelten.

Insgesamt lässt die Betrachtung der Karten erkennen, dass die Dienstleistungsquote im dargestellten Zeitraum stark angestiegen ist. Der tertiäre Sektor hat sich in der Steiermark seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zum weitaus stärksten der drei Wirtschaftssektoren entwickelt. Diese beständige Zunahme der Dienstleistungen zu Lasten der anderen Sektoren wird Tertiärisierung genannt. Sie hat viele Ursachen, vor allem (a) die Rückgänge im primären (Deagrarisierung) und im sekundären Sektor (Deindustrialisierung), (b) die fortschreitende Differenzierung des Wirtschaftslebens und (c) die Zunahme der vom Staat, dem Land und den Gemeinden übernommenen Aufgaben in Verwaltung, Bildung, Gesundheit und Sozialwesen. In jüngster Zeit zeichnet sich mit einem verlangsamten Wachstum der Dienstleistungsquote eine gewisse Sättigung im Bereich des tertiären Sektors ab.


Dienstleistungsquote 2001
Dienstleistungsquote 2001

Die Dienstleistungsquote für das Jahr 2001 wird in gleicher Weise wie für 2023 dargestellt, sodass die Karten unmittelbar vergleichbar sind. Für dieses Stichjahr sind sechs Klassen (mit 10 %-Schritten) mit der Farbskala von hellblau bis dunkelblau ausgewiesen, wobei hellblau für niedrige, dunkelblau für hohe Dienstleistungsquoten steht.

Bezogen auf die gesamte Steiermark betrug 2001 die Dienstleistungsquote deutlich über 60 % (siehe Angaben in der rechten oberen Ecke der Karte), was im Vergleich zu 1981 einen Anstieg um fast 17 % bedeutet. Dabei zeigt sich, dass die Dienstleistungsquote zwar in allen Gemeinden angestiegen ist, sich jedoch die Lage der Gemeinden mit den höchsten Werten (die zwei oberen Klassen mit kräftig blauen Farbtönen) nur wenig geändert hat. Als Dienstleistungszentren treten weiterhin die Landeshauptstadt, die Bezirkshauptstädte, deren Umlandgemeinden und die Tourismusgemeinden hervor.


Dienstleistungsquote 1981
Dienstleistungsquote 1981

Die Dienstleistungsquote für das Jahr 1981 wird in gleicher Weise wie für 2023 und 2001 dargestellt, sodass die Karten unmittelbar vergleichbar sind. Für dieses Stichjahr sind fünf Klassen (mit 10 %-Schritten) mit der Farbskala von hellblau bis dunkelblau ausgewiesen, wobei hellblau für niedrige, dunkelblau für hohe Dienstleistungsquoten steht. Bedauerlicherweise erscheinen beim Stichjahr 1981 einige Gemeinden im Südosten und Osten der Steiermark in Grau für keine Daten, da sich diese wegen später erfolgter Veränderungen der Gemeindegrenzen nicht mehr exakt rekonstruieren lassen. 

Bezogen auf die gesamte Steiermark lag 1981 die Dienstleistungsquote noch sehr deutlich unter 50 % (siehe Angaben in der rechten oberen Ecke der Karte). Die in den beiden dunkelsten Farbtönen erscheinenden Gemeinden wiesen somit deutlich über dem Landesdurchschnitt liegende Dienstleistungsquoten auf. Dabei handelte es sich einerseits um Graz, die damaligen Bezirkshauptstädte und deren Umlandgemeinden sowie andererseits um stark vom Tourismus geprägte Gemeinden.


Quellenverzeichnis

Datengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Landesstatistik Steiermark
Statistik Austria

Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachstelle GIS


Autorinnen und Autoren

Text:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb (2026) Mag. Alexander Dorić (2026)

Kartengestaltung:
Mag.a Edeltraud Pirker (2015, 2026)

Web-Bearbeitung:
Mag.a Edeltraud Pirker (2026)


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