QR Code www.schulatlas.at
www.schulatlas.at

NATURRAUM UND PHYSISCHE GEOGRAPHIE

Naturlandschaften

Einleitung

Es gibt zahlreiche Versuche, die Steiermark in naturräumlich einheitliche Gebiete zu gliedern, der Schulatlas Steiermark bietet hierfür die modernste Version. Sie hat den Vorteil, ausschließlich traditionelles, ortsübliches Namensgut zu verwenden und eine für schulische Zwecke ausreichende und doch übersichtliche Differenzierung zu bieten. 

Die Naturlandschaftsgliederung kann mit einer einfachen Typisierung nach geologisch-formenkundlichen Merkmalen (siehe "3.8.3 Landschaftshaupteinheiten") überlagert und somit leichter nachvollzogen werden.


Naturlandschaftsgliederung
Naturlandschaftsgliederung



Naturlandschaftsgliederung der Steiermark
Naturlandschaftsgliederung der Steiermark

Nicht zu Unrecht steht die Steiermark im Ruf, eine große Vielfalt an unterschiedlichen Landschaften zu besitzen. Auch die erste Strophe der Landeshymne spannt einen Bogen vom Hochgebirge („Hoch vom Dachstein an“) zu den Hügelgebieten („Rebenland“) im Alpenvorland. Freilich zeigt der Vergleich mit den meisten anderen österreichischen Bundesländern, dass die Steiermark darin keinesfalls einzigartig ist. Als spezielle Merkmale bzw. Besonderheiten der Steiermark können u.a. gelten:

  • Die Steiermark erschließt ein Landschaftsprofil von den Nordalpen bis zum Südrand der Alpen bzw. zum Südöstlichen Alpenvorland.
  • Mit einer Fläche von 12 673 km2 (Gültigkeit der Alpenkonvention), das sind mehr als drei Viertel des Landes, besitzt die Steiermark von allen Bundesländern die größte Gebirgsfläche (zum Vergleich: Gebirgsfläche des Bundeslandes Tirol: 12 648 km2).
  • Der Höhenunterschied zwischen dem höchsten (Hoher Dachstein, 2996 m) und dem tiefsten Punkt (Mur beim Austritt aus dem Land nahe Bad Radkersburg, 200 m) beträgt knapp 2800 m. Dieser Wert liegt in den westlichen Bundesländern jeweils höher und deutet auf einen gegenüber diesen abgeschwächten Gebirgscharakter hin.
  • In keinem anderen Bundesland gibt es so viele inneralpine Becken (das größte ist das Judenburger-Knittelfelder Becken), wofür das Auseinandertreten der alpinen Gebirgsketten nahe dem Alpenostrand verantwortlich ist.
  • Beherrschendes Landschaftselement der Steiermark ist ganz eindeutig der Wald, der – je nach Quelle – an die 60 % der Landesfläche bedeckt (zum Vergleich: Österreich um 40 %).
  • Der geographische Mittelpunkt der Steiermark liegt auf 47°43’ nördlicher Breite und 15°26’ östlicher Länge an der Nordabdachung der Gleinalpe in der Gemeinde St. Stefan ob Leoben. Zufällig befindet er sich in einer für die Steiermark tatsächlich besonders typischen, waldreichen Mittelgebirgslandschaft mit einzelnen Bergbauernhöfen.
Blick vom Messendorfberg auf Graz mit dem Steirischen Randgebirge (Gleinalpe) im Hintergrund. (Foto: M. Lieb)
Blick vom Messendorfberg auf Graz mit dem Steirischen Randgebirge (Gleinalpe) im Hintergrund. (Foto: M. Lieb)

Blick aus dem Donnersbachtal (Wölzer Tauern) auf den Grimming (Dachsteingruppe) und das Tote Gebirge im Hintergrund. (Foto: M. Lieb)
Blick aus dem Donnersbachtal (Wölzer Tauern) auf den Grimming (Dachsteingruppe) und das Tote Gebirge im Hintergrund. (Foto: M. Lieb)


Landschaftshaupteinheiten in der Steiermark
Landschaftshaupteinheiten in der Steiermark

Die Karte "Naturlandschaftsgliederung der Steiermark" zeigt eine Gliederung der Steiermark in naturräumlich abgegrenzte Landschaftseinheiten mit traditionellen Namen. Sie spiegelt die komplizierte Topographie der Steiermark wider und gliedert diese in Gebirgsgruppen, Täler, Becken, Pass- und andere Landschaftseinheiten mit traditionellen, ortsüblichen Namen. Die Nebenkarte "Landschaftshaupteinheiten der Steiermark" zeigt eine Zusammenfassung in Großlandschaften, wie sie auch zur naturräumlichen Gliederung des gesamten österreichischen Staatsgebietes verwendet wird.

  • Nordalpen: Vorherrschend (aber nicht ausschließlich) aus Kalken und Dolomiten aufgebaute Gebirgsmassive, meist mit ausgeprägtem Hochgebirgscharakter. Ihren Südrand bildet die Nördliche Längstalfurche, die die Steiermark von Westen nach Osten entlang von Enns, Palten, Liesing, Mur und Mürz durchzieht.
    Beispiel für die Naturlandschaft der Nordalpen: Blick vom Loser (Totes Gebirge) auf die Dachsteingruppe mit dem Ausseer Becken davor. (Foto: M. Lieb)
    Beispiel für die Naturlandschaft der Nordalpen: Blick vom Loser (Totes Gebirge) auf die Dachsteingruppe mit dem Ausseer Becken davor. (Foto: M. Lieb)


  • Zentralalpen: Vorherrschend aus kristallinen Gesteinen aufgebaute, meist lang gestreckte Gebirgszüge mit in den Niederen Tauern ausgeprägtem, nach Osten jedoch abklingendem Hochgebirgscharakter. Den Fuß des Steirischen Randgebirges bildet der Alpenrand, eine besonders markante und visuell sehr reizvolle Landschaftsgrenze.
    Hochgebirgslandschaft der Zentralalpen vom Wölzer Schoberspitz Blickrichtung Nordosten. (Foto: M. Lieb)
    Hochgebirgslandschaft der Zentralalpen vom Wölzer Schoberspitz Blickrichtung Nordosten. (Foto: M. Lieb)


  • Vorland: Vorherrschend aus Lockergesteinen wie Sand und Kies aufgebaute Riedelländer (Riedel = lang gestreckte Hügelzüge), unterbrochen von Einzelerhebungen und kleinen Bergen. Es handelt sich um eine Übergangslandschaft zu den Niederungen des Pannonischen Beckens.
    Steile Hügel mit Weinbaukultur im Sausal mit Kitzeck von Süden als Beispiel für eine Landschaft des Vorlands. (Foto: M. Lieb)
    Steile Hügel mit Weinbaukultur im Sausal mit Kitzeck von Süden als Beispiel für eine Landschaft des Vorlands. (Foto: M. Lieb)


Quellenverzeichnis

Kartengrundlage:
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachstelle GIS

Lehrplan Volksschule, Sachunterricht:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/lp_vs_7_su_14051.pdf?61ec03

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Unterstufe/NMS:
https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/unterricht/lp/ahs9_784.pdf?61ebyf

Lehrplan Geographie und Wirtschaftskunde, AHS Oberstufe:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008568

Lehrpläne BHS (HLW und Tourismusschulen, HAK, HTL, BAfEP):
https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/downloads/?kategorie=24

Autorinnen und Autoren

Text:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb (2004)

Lehrplanbezüge:
Mag. Michael Lieb

Mögliche Lernziele:
Mag. Michael Lieb

Kartengestaltung:
Mag.a Edeltraud Pirker (2004)

Arbeitsmaterialien:
Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gerhard Karl Lieb, Mag.a Dr.in Marlies Pietsch, Dr. Wolfgang Fischer

Web-Bearbeitung:
Mag.a Bernadette Ebner (2019), Anna Weissinger MSc (2024)

Redaktionelle Bearbeitung:
Nora Schopper BA MSc

Impressum: www.schulatlas.at